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Google AI Overviews: warum Maklern Klicks wegbrechen

AI Overviews für Immobilienmakler: Welche Suchen betroffen sind, was die Klickdaten zeigen und welche Inhalte trotzdem noch Eigentümeranfragen bringen.

Niklas Schwerin

Niklas Schwerin

Co-Founder & KI-Stratege

20. August 2026
12 Min Lesezeit

Kurz gesagt:

  • Wo eine KI-Zusammenfassung über den Treffern steht, wird deutlich seltener geklickt: 8 Prozent gegenüber 15 Prozent ohne, laut Pew Research Center für März 2025.
  • Auf einen Link innerhalb der Zusammenfassung klickten die Nutzer in 1 Prozent der Besuche. Genannt zu werden ersetzt den Klick also nicht.
  • Google gab im Oktober 2024 als Rollout-Ziel an, AI Overviews würden monatlich mehr als eine Milliarde Nutzer erreichen.
  • Betroffen sind vor allem erklärungsbedürftige Ratgeber-Suchen. Lokale Maklersuchen und Eigentümer-Intent sind es bislang weniger.
  • Die Konsequenz ist nicht weniger Content, sondern anderer: weniger allgemeine Erklärstücke, mehr lokal verankerte und beleghafte Inhalte.

Es gibt einen Moment, an dem Makler stutzig werden. Die Rankings in der Search Console stehen unverändert, die Impressionen steigen sogar – und die Klicks gehen zurück. Kein Ranking-Verlust, kein technisches Problem, keine Abstrafung. Trotzdem kommt weniger an.

Meistens steckt eine Box darüber – ein Symptom der Verschiebung, die hinter GEO gegenüber klassischer SEO steht. Google beantwortet die Frage selbst, und der Nutzer hat, was er wollte, bevor er auf irgendetwas klickt.

Dieser Artikel sortiert, was die Datenlage dazu tatsächlich hergibt, welche deiner Seiten betroffen sind und welche nicht – und was du daraus machst, ohne in Aktionismus zu verfallen.

Was sind Google AI Overviews?

AI Overviews sind von Google generierte Antwortboxen, die oberhalb der klassischen Trefferliste erscheinen. Sie fassen Informationen aus mehreren Webseiten zu einem Text zusammen und verlinken die genutzten Quellen. Der Nutzer bekommt die Antwort dadurch direkt auf der Suchergebnisseite, ohne eine Website öffnen zu müssen.

Google nannte im Oktober 2024 als Ziel des laufenden Rollouts, AI Overviews würden monatlich mehr als eine Milliarde Nutzer erreichen und in über hundert Ländern verfügbar sein. Wichtig bei dieser Zahl: Sie stand im Futur, war also eine Zielangabe zum damaligen Stand und keine bestätigte Ist-Zahl. Als Größenordnung taugt sie trotzdem.

Was die Klickdaten hergeben

Hier wird es konkret, und ich halte diese Auswertung für die belastbarste, die derzeit öffentlich verfügbar ist.

Das Pew Research Center hat im März 2025 das Surfverhalten von 900 Erwachsenen in den USA ausgewertet, die einer Messung ihres Browserverhaltens zugestimmt hatten. Die Ergebnisse:

Was gemessen wurde Mit KI-Zusammenfassung Ohne
Klick auf ein klassisches Suchergebnis 8 % der Besuche 15 %
Klick auf einen Link in der Zusammenfassung 1 % der Besuche
Sitzung endet nach der Suchseite 26 % der Seiten 16 %

Drei Dinge sind daran bemerkenswert.

Erstens die Halbierung. Nicht ein Rückgang um ein paar Prozentpunkte, sondern annähernd die Hälfte.

Zweitens die 1 Prozent. Das ist die Zahl, die GEO-Anbieter ungern zitieren, weil sie ihr eigenes Versprechen relativiert: In der Zusammenfassung genannt zu werden bringt dir fast nie einen Klick. Es bringt dir eine Nennung. Das ist etwas wert, aber es ist nicht dasselbe.

Drittens das Sitzungsende. Nach einer Suche mit KI-Antwort hört ein deutlich größerer Teil der Nutzer einfach auf zu surfen. Die Frage war beantwortet.

Und die Einschränkung, die dazugehört: Das sind US-Daten und eine Momentaufnahme aus dem Frühjahr 2025. Sie lassen sich nicht eins zu eins auf den deutschen Immobilienmarkt übertragen. Was sie zeigen, ist eine Richtung, und die ist eindeutig.

Kurzfazit: Der Klick wird seltener, die Nennung häufiger. Wer seinen SEO-Erfolg ausschließlich in Klicks misst, wird sich ab jetzt regelmäßig schlechter fühlen, als er dasteht.

Welche deiner Seiten es trifft – und welche nicht

Die gute Nachricht zuerst: Nicht alle Suchen sind gleich betroffen, und die Verteilung ist für Makler günstiger als für viele andere Branchen.

Suchtyp Beispiel AI-Overview-Risiko Warum
Allgemeine Erklärfragen „Wie läuft ein Hausverkauf ab?" hoch Genau der Fragetyp, für den die Box gemacht ist
Definitionen und Begriffe „Was ist ein Energieausweis?" hoch Kurz beantwortbar, keine Ortsbindung
Rechtsfragen allgemein „Wer zahlt die Maklerprovision?" hoch Standardantwort aus mehreren Quellen zusammensetzbar
Lokale Maklersuche „Immobilienmakler Braunschweig" niedrig Google zeigt hier weiter Karte und lokale Einträge
Bewertungs-Intent „Was ist mein Haus wert?" mittel Erklärung ja, aber der Nutzer will zur Handlung
Stadtteil-Marktdaten „Preise Östliches Ringgebiet" niedrig Zu wenige belastbare Quellen zum Zusammenfassen
Dein Firmenname „Klose & Partner Kontakt" niedrig Navigationssuche, der Nutzer will zu dir

Schau dir diese Tabelle im Zusammenhang mit deinem Content an. Wenn dein Blog überwiegend aus allgemeinen Ratgeberstücken besteht – „Die 10 Schritte beim Hausverkauf", „Was ist die Grunderwerbsteuer" – liegt dort dein Klickverlust. Wenn du regionale Marktinhalte und Eigentümer-Themen bespielst, bist du bislang deutlich weniger betroffen.

Das ist keine Beruhigung für die Ewigkeit. Es ist eine Prioritätenliste.

Was du daraus machst

Der Reflex, weniger zu schreiben, ist der falsche. Der richtige ist, anders zu gewichten.

Weg von austauschbaren Erklärstücken. Ein Artikel, der erklärt, wie ein Hausverkauf abläuft, konkurriert mit tausend gleichlautenden. Genau solche Inhalte fasst die Box zusammen, ohne dass jemand klicken muss. Wenn du das Thema brauchst, dann mit einem Anteil, den niemand sonst hat: Ablauf in deiner Region, mit den Behörden vor Ort, den üblichen Fristen, den Besonderheiten deines Marktes.

Hin zu lokal verankerten Inhalten. Stadtteil-Marktdaten mit Quelle und Stand, flankiert von sauberer lokaler Sichtbarkeit. Was in deinem Gebiet tatsächlich gezahlt wird. Wie lange Objekte im Schnitt am Markt sind. Solche Inhalte gibt es je Ort in überschaubarer Zahl – und wer sie hat, wird zur Quelle statt zum zusammengefassten Beitrag.

Hin zu Beleghaftem. Eigene Zahlen, eigene Fälle, eigene Erhebungen. Eine KI-Zusammenfassung kann Allgemeinwissen synthetisieren. Sie kann nicht erfinden, was nur du gemessen hast.

Und: den Erfolg anders messen. Wenn die Impressionen steigen und die Klicks sinken, ist das nicht automatisch ein Rückschritt. Schau auf die Anfragen, nicht auf die Klickrate – und lies die Rankingfaktoren für Maklerwebsites mit dieser Brille neu. Die Search Console zeigt dir nur die halbe Geschichte.

Kurzfazit: Allgemeine Ratgeber verlieren, lokal verankerte und belegte Inhalte gewinnen. Die Umstellung ist redaktionell, nicht technisch.

Aus der Praxis

Klose & Partner war für Google praktisch unsichtbar. Nach technischer Optimierung und ersten regelmäßigen Inhalten zeigte die Search Console binnen drei Wochen 539 Impressionen und 100 Besucher – bei einer Klickrate von 13,9 Prozent, fast dreimal über dem Branchenschnitt von 3 bis 5 Prozent.

Diese Klickrate ist im Zusammenhang mit AI Overviews interessanter, als sie zunächst wirkt. Sie war deshalb so hoch, weil die Inhalte auf konkrete lokale Fragen zielten und nicht auf allgemeine Erklärthemen. Genau der Content-Typ also, den eine KI-Zusammenfassung schlechter ersetzen kann.

Und für den Fall, dass der Klick trotzdem kommt: Streil Immobilien hat mit dem KI-Chatbot auf der Website 19 qualifizierte Leads in vier Wochen erreicht, darunter zwei Eigentümeranfragen, bei einer Konversionsrate von 15,8 Prozent. Wenn Klicks knapper werden, entscheidet, was aus jedem einzelnen wird. Beides sind Einzelfälle und keine zugesicherte Eigenschaft.

Checkliste: Bestandsaufnahme in einer Stunde

  • Search Console öffnen, Zeitraum letzte 12 Monate, Impressionen und Klicks getrennt betrachten. Steigen die Impressionen, während die Klicks stagnieren?
  • Deine zehn stärksten Seiten nach Suchtyp sortieren – allgemeine Erklärung oder lokal verankert?
  • Für die fünf wichtigsten Keywords selbst googeln und schauen, ob eine AI Overview erscheint.
  • Wirst du in der Box zitiert? Wenn ja, ist das ein gutes Zeichen für deine Aufbereitung.
  • Allgemeine Ratgeber identifizieren, die viel Impressionen und wenig Klicks bringen – Kandidaten für eine lokale Anreicherung.
  • Ein regionales Datenstück planen, das es so bei niemandem sonst gibt.
  • Conversion prüfen: Was passiert mit den Besuchern, die noch kommen?

Häufige Fragen

Muss ich AI Overviews blockieren, damit meine Inhalte nicht zusammengefasst werden?

Das lässt sich technisch nicht sauber trennen. Der Crawler, der für Google Search indexiert, ist derselbe, der Inhalte für AI Overviews bereitstellt. Wer sich hier aussperrt, verliert die normale Google-Sichtbarkeit gleich mit. Eine Ausnahme betrifft das Modelltraining: Google hält in seiner Dokumentation ausdrücklich fest, dass ein gesperrter Google-Extended weder die Aufnahme in die Google-Suche noch das Ranking dort beeinflusst.

Sind lokale Suchen wirklich weniger betroffen?

Bislang ja, und das hat einen strukturellen Grund. Bei „Immobilienmakler + Ort" will der Nutzer keine Erklärung, sondern eine Auswahl vor Ort. Google spielt dafür weiterhin Karte und lokale Einträge aus. Das kann sich ändern, aber die Suchintention spricht dagegen, dass es vollständig verschwindet.

Lohnt sich Bloggen für Makler dann überhaupt noch?

Ja, aber nicht jeder Blog. Wer allgemeine Erklärstücke produziert, die es hundertfach gibt, arbeitet zunehmend für die Zusammenfassung. Wer regionale Marktkenntnis, eigene Zahlen und konkrete Ablaufbeschreibungen aus dem eigenen Gebiet veröffentlicht, produziert genau das, was schwer zu ersetzen ist.

Woran erkenne ich in der Search Console, dass mich AI Overviews treffen?

Google weist AI-Overview-Impressionen nicht separat aus. Das Muster, auf das du achtest: Impressionen konstant oder steigend, Klicks rückläufig, durchschnittliche Position unverändert. Wenn alle drei zusammenkommen, ist eine Antwortbox eine plausible Erklärung – Gewissheit gibt dir nur der Blick in die tatsächliche Suchergebnisseite.

Bringt es etwas, in der AI Overview zitiert zu werden?

Für Klicks kaum – die Pew-Daten zeigen 1 Prozent. Für Wahrnehmung durchaus: Dein Name steht in der Antwort, verbunden mit einer Auskunft, die der Nutzer als verlässlich einordnet. Bei einem Geschäft, in dem zwischen erster Recherche und Auftrag Wochen liegen, ist das mehr wert, als die Klickzahl vermuten lässt.

Nächster Schritt

Fang mit der Bestandsaufnahme an: Search Console öffnen, Impressionen gegen Klicks legen, und für deine fünf wichtigsten Suchbegriffe selbst nachschauen, was oben steht.

Wenn du wissen willst, wie deine Inhalte in KI-Antworten überhaupt abschneiden – über Google AI Overviews, ChatGPT, Gemini und Perplexity hinweg –, machen wir die Auswertung für dich. Kostenlos und unverbindlich: GEO für Immobilienmakler.

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