Wie Sie als Handwerksbetrieb einen Auftrag Position für Position kalkulieren, mit der Nachkalkulation prüfen, was er wirklich gebracht hat, und daraus lohnende Aufträge erkennen.
Kurz gesagt:
- Der Angebotspreis besteht aus vier Posten: Stunden mal Satz, Material, Fremdleistungen, Sonderkosten.
- Im Beispiel ergibt das 3.815,54 Euro netto und 4.540,49 Euro für Privatkunden.
- Ohne Nachkalkulation sehen Sie nicht, dass acht Mehrstunden und 62 Euro Mehrmaterial aus 326 Euro Plus 242 Euro Minus machen.
- Unsere Empfehlung für danach: der erzielte Stundensatz, im Beispiel 58,01 statt 71,86 Euro. Er zeigt, welche Aufträge sich lohnen.
Die Kalkulation eines Handwerkers rechnet jeden Auftrag aus vier Posten zusammen: Stunden mal Stundenverrechnungssatz, Material mit Aufschlag, Fremdleistungen mit Aufschlag und Sonderkosten. In unserem Beispiel mit offengelegten Annahmen (Stand Oktober 2026) sind das für ein Treppenhaus 3.815,54 Euro netto. Ob der Auftrag sich gelohnt hat, sagt erst die Nachkalkulation: Mit acht Stunden und 62 Euro Material mehr als geplant wird aus 326,28 Euro Überschuss ein Minus von 241,88 Euro, obwohl die Rechnung gleich hoch bleibt.
Volle Auftragsbücher heißen noch nicht, dass am Jahresende viel übrig bleibt. Solange niemand nachrechnet, sehen alle Aufträge gleich gut aus. Werbung kann dann mehr von allem bringen, auch mehr von dem, was Geld kostet. Wie Sie um mehr von den Aufträgen werben, die sich lohnen, zeigt Marketing für Handwerker.
Kalkulation im Handwerk: Stundensatz oder Zuschläge
Die Kalkulation im Handwerk läuft entweder über den Stundensatz oder über Zuschläge auf die Einzelkosten. Dieser Artikel rechnet mit dem Stundensatz, weil Sie dafür nur eine Zahl pflegen müssen.
| Methode | So rechnen Sie | Passt, wenn | Gefahr |
|---|---|---|---|
| Stundensatz | Stunden × Satz, dazu Material und Fremdleistungen | der Lohn den größten Teil des Auftrags ausmacht | Der Satz ist veraltet |
| Zuschläge | Lohn + Material = Einzelkosten, plus Gemeinkostenzuschlag = Selbstkosten, plus Wagnis und Gewinn = Nettopreis | der Materialanteil von Auftrag zu Auftrag schwankt oder Sie Ihre Zuschlagssätze aus der Buchhaltung kennen | Ein Zuschlag fehlt oder ist geschätzt |
Ein teurer Fehler der Kalkulation steckt in der Mischung. Im Stundenverrechnungssatz sind Gemeinkosten, Wagnis und Gewinn schon enthalten. Wer darauf noch einen Gemeinkostenzuschlag legt, ist zu teuer. Wer den reinen Lohn einsetzt und den Zuschlag vergisst, arbeitet unter den Kosten. Schon innerhalb der Zuschlagskalkulation schlägt der Rechenweg auf den Preis durch, zeigt der Ratgeber eines Softwareanbieters (Abruf 31.10.2026): Derselbe Elektroauftrag kostet dort einmal 2.552 Euro und einmal 2.934,80 Euro, weil die kürzere Rechnung keinen eigenen Zuschlag für Verwaltung und Vertrieb ausweist. Bei uns gilt: Jede Kostenart steckt genau einmal im Preis. Das Treppenhaus-Beispiel rechnet das vor.
Der Rechenweg: vom Stundensatz zum Angebotspreis
Der Angebotspreis eines Handwerkers entsteht in vier Schritten und beträgt im Treppenhaus-Beispiel 3.815,54 Euro netto. Unser gedachter Auftrag: Ein Malerbetrieb streicht das Treppenhaus eines Mehrfamilienhauses. Den Satz von 68,33 Euro netto übernehmen wir aus unserem Rechenweg zum Stundenverrechnungssatz, die Selbstkosten darin liegen bei 63,27 Euro je Stunde. Alle Mengen und Einkaufspreise sind Annahmen, die Sie durch Ihre eigenen ersetzen.
Schritt 1: Stunden aus dem Aufmaß
Aus Aufmaß und Zeitwert ergeben sich die Stunden, im Beispiel 190 Quadratmeter × 12 Minuten = 38 Stunden, also 2.596,54 Euro. Die Zeitwerte kommen am besten aus der Nachkalkulation früherer Aufträge. Dazu passt der Leitfaden der Handwerkskammern Dortmund und Dresden (3. Auflage 2019): Für die Vorkalkulation müssen Informationen „aus der Nachkalkulation abgeschlossener Aufträge“ bekannt sein.
Schritt 2: Material mit Aufschlag
Material rechnen Sie zum aktuellen Einkaufspreis, den Verschnitt als Menge, dazu kommt ein Aufschlag. Lager und Bürozeit stecken im Beispiel schon im Satz von 68,33 Euro, der Aufschlag trägt hier deshalb das Preisrisiko beim Material und zusätzlichen Gewinn. Fehlen sie in Ihrem Satz, muss der Aufschlag sie decken. Einen Standardsatz der Kammern haben wir nicht gefunden. Das Existenzgründungsportal des Bundes rechnet in seinem Beispiel mit 10 Prozent, ein Betriebsberater der Handwerkskammer Region Stuttgart nennt in der Deutschen Handwerks Zeitung (10.06.2026) 10, 20 oder 30 Prozent, je nach Produkt, Gesamtleistung und Kalkulationsmethode. Wir setzen 15 Prozent an: 640 Euro Einkauf plus 96 Euro.
Prüfen Sie alte Preislisten vor jedem Angebot. Die Preise für den Neubau konventionell gefertigter Wohngebäude lagen laut Statistischem Bundesamt im August 2026 um 5,5 Prozent über dem Vorjahresmonat, Instandhaltung ohne Schönheitsreparaturen um 6,0 Prozent. Das sind Baupreise und keine Einkaufspreise, und Schönheitsreparaturen sind beim zweiten Wert ausgenommen, ob unser Treppenhaus dazuzählt, sagt die Mitteilung nicht. Die Werte zeigen nur die Richtung. 5,5 Prozent mehr Einkauf kosteten im Beispiel bei festem Preis 35,20 Euro, gut ein Zehntel des Überschusses.
Schritt 3: Fremdleistungen
Fremdleistungen wie Gerüst oder Elektriker setzen Sie zum Einkaufspreis plus Aufschlag an, weil Sie für das Verschulden eines selbst beauftragten Nachunternehmers einstehen (§ 278 BGB) und seine Rechnung oft vorstrecken. Im Beispiel: Gerüst für 380 Euro plus 10 Prozent, also 418 Euro.
Schritt 4: Sonderkosten und Umsatzsteuer
Alles, was nur für diesen Auftrag anfällt, kommt als eigene Position dazu, im Beispiel 65 Euro für die Entsorgung. Die Fahrzeit gehört genau einmal in den Preis, die Regeln stehen im Beitrag zur Anfahrtspauschale. Auf die Summe kommen in der Regel 19 Prozent Umsatzsteuer (§ 12 Abs. 1 UStG). Privatkunden müssen Sie den Gesamtpreis einschließlich Steuer nennen (§ 3 Abs. 1 und § 2 Nr. 3 PAngV).
| Vorkalkulation Treppenhaus (Annahmen) | Rechnung | Euro |
|---|---|---|
| Lohn einschließlich Gemeinkosten, Wagnis und Gewinn | 38 Std. × 68,33 € | 2.596,54 |
| Material | 640,00 € + 15 % | 736,00 |
| Gerüst | 380,00 € + 10 % | 418,00 |
| Entsorgung | laut Einkauf | 65,00 |
| Angebotspreis netto | 3.815,54 | |
| Umsatzsteuer | 19 % | 724,95 |
| Gesamtpreis für Privatkunden | 4.540,49 |
Wie Sie daraus ein Angebot schreiben, steht in Angebot schreiben als Handwerker.
Zwischenfazit: Vier Posten, jede Kostenart genau einmal: Im Preis von 3.815,54 Euro stecken im Beispiel 326,28 Euro Überschuss über den Selbstkosten, wenn alles läuft wie geplant. Ob es so gelaufen ist, zeigt die Nachkalkulation.
Nachkalkulation: was der Auftrag wirklich gebracht hat
Die Nachkalkulation vergleicht nach dem Auftrag die geplanten Stunden und Kosten mit den tatsächlichen. Die Handwerkskammer Chemnitz formuliert den Zweck so: „Die Nachkalkulation des Auftrages gibt die Antwort, in wie weit der angewandte Stundenverrechnungssatz realisiert wurde.“ Daraus ergibt sich die eine Zahl, die wir jedem Betrieb empfehlen, der sonst gar nicht nachrechnet:
Erzielter Stundensatz = (Zahlbetrag netto − Material − Fremdleistungen − Sonderkosten) ÷ tatsächliche Stunden
Es zählt der Zahlbetrag, also die Rechnung abzüglich Rabatt und Skonto. So sieht es auch das Schema der Kammern Dortmund und Dresden vor. Im Treppenhaus-Beispiel wurde der Untergrund schlechter als gedacht: Mit acht Stunden und 62 Euro Material mehr bei festem Preis sinkt der erzielte Stundensatz nach unserer Rechnung von 71,86 auf 58,01 Euro.

| Nachkalkulation (Annahmen) | Soll | Ist | Ist mit Nachtrag |
|---|---|---|---|
| Stunden | 38 | 46 | 46 |
| Zahlbetrag netto | 3.815,54 € | 3.815,54 € | 4.433,48 € |
| Material im Einkauf | 640,00 € | 702,00 € | 702,00 € |
| Gerüst und Entsorgung | 445,00 € | 445,00 € | 445,00 € |
| Bleibt für die Stunden | 2.730,54 € | 2.668,54 € | 3.286,48 € |
| Erzielter Stundensatz | 71,86 € | 58,01 € | 71,45 € |
| Selbstkosten (63,27 € je Stunde) | 2.404,26 € | 2.910,42 € | 2.910,42 € |
| Ergebnis | plus 326,28 € | minus 241,88 € | plus 376,06 € |
Der Sollwert von 71,86 Euro liegt über dem Stundenverrechnungssatz von 68,33 Euro, weil auch die Aufschläge auf Material und Gerüst in die Stunden fließen. Für die Einordnung der Auftragsart zählt der Stundenverrechnungssatz, für die Abweichung der Sollwert des einzelnen Auftrags.
Wie viel Luft der Auftrag hat
Unangenehm ist, wie wenig Luft der Auftrag hat. Ihre Luft rechnen Sie vor dem Auftrag aus: Überschuss geteilt durch Selbstkosten je Stunde. Im Beispiel bleiben nach dem Mehrmaterial 264,28 Euro, das reicht für 4,2 Stunden. Ab rund 42 Stunden, etwa 11 Prozent über Plan, liegt der Auftrag unter den Selbstkosten. Auf der Rechnung steht davon nichts.
Zwischen Soll und Ist liegen 568,16 Euro, bei zehn solchen Aufträgen im Jahr wären das 5.681,60 Euro.
Gehörte der Untergrund nicht zum Angebot und stimmt der Kunde einem Nachtrag über 617,94 Euro vor der Ausführung zu, dreht das Ergebnis auf plus 376,06 Euro.
Nachkalkulation im Handwerk mit wenig Aufwand
Die Ist-Stunden brauchen Sie je Auftrag, nicht je Monat. Auch der mitarbeitende Inhaber sollte seine Stunden aufschreiben, sagt der Leitfaden der Kammern. Genau dort kann die Nachkalkulation scheitern, und ehrlich gesagt verstehen wir das: Nach einem langen Tag auf der Baustelle ist der Stundenzettel das Letzte, woran Sie denken.
Halten Sie es deshalb klein: Die Tabelle oben ist Ihre Vorlage. Das Soll tragen Sie beim Angebot ein, das Ist bei der Schlussrechnung, und auf jedem Stundenzettel und Einkaufsbeleg steht die Auftragsnummer.
Zwischenfazit: Schon rund vier Mehrstunden bringen den Beispielauftrag bei diesem Material ins Minus, und fünf Werte am Auftrag genügen, um das zu sehen. Was der erzielte Stundensatz über Ihre Auftragsarten verrät, zeigt der nächste Abschnitt.
Woran Sie lohnende Aufträge erkennen
Einen lohnenden Auftrag erkennen Sie am erzielten Stundensatz: Liegt er über Ihrem kalkulierten Satz, hat der Auftrag sein Ziel erreicht. Ein einzelner Auftrag sagt dabei wenig. Aussagekräftig wird es erst mit mehreren Aufträgen je Auftragsart, als eigene Faustregel setzen wir etwa zehn mit Stundenzetteln an. Die Schwellen im Treppenhaus-Beispiel mit 68,33 Euro Stundenverrechnungssatz und 63,27 Euro Selbstkosten je Stunde:
| Erzielter Stundensatz | Bedeutung | Was Sie tun |
|---|---|---|
| über 68,33 € | Kosten gedeckt, Stundensatz erreicht | Mehr davon holen, in der Werbung nach vorn stellen |
| 63,27 bis 68,33 € | Kosten gedeckt, Stundensatz verfehlt | Zeitwerte prüfen, Preis anpassen |
| unter 63,27 € | Sie zahlen drauf | Ursache suchen: Zeitwert, Preis, Nachträge, Auftragsart |
Liegt eine Auftragsart immer wieder im unteren Bereich, hilft kein besseres Angebot. Dann stimmt entweder der Preis nicht, oder die Art passt nicht zu Ihrem Betrieb. Prüfen Sie zuerst Zusatzleistungen, die nie berechnet wurden, und zu kleine Aufträge. Mindestauftrag und Nebenzeit rechnet der Beitrag zum Stundenverrechnungssatz durch.
Wer die lohnenden Aufträge kennt, kann gezielt um sie werben. Für Handwerksbetriebe haben wir dazu noch keine eigenen Zahlen, aber aus Maklerbüros: Beim Maklerbüro Tandel Immobilien stiegen die Einblendungen bei Google laut Search Console von 2.606 im Mai auf 28.692 im September 2026, die Klicks lagen 121 Prozent über September 2025. Beim Maklerbüro Werneburg Immobilien verließ ein großer Teil der Besucher die Website unberaten, es gab klassische Kontaktformulare. Dann kam ein KI-Chat dazu, der vorher abfragt, worum es geht: In 4 Wochen gingen über 30 qualifizierte Anfragen ein, 12 Prozent der Chat-Nutzer wurden zu Anfragen.
Das lässt sich nach unserer Einschätzung auf den Betrieb übertragen: Fragen Sie vor dem Vor-Ort-Termin nach Art und Umfang, sparen Sie sich die Fahrt zu Aufträgen, die in Ihrer Nachkalkulation durchfallen. Jede Stunde dafür kostet im Beispiel 63,27 Euro Selbstkosten. Welche Wege Betrieben welche Aufträge bringen, vergleicht Handwerker Aufträge finden.
Ist die Kalkulation plausibel? Drei Vergleichswerte
Einen groben Anhaltspunkt, ob eine Kalkulation realistisch ist, gibt der Vergleich mit Marktwerten: Unser Treppenhaus-Beispiel kommt auf 8,6 Prozent Überschuss, der Bau 2025 laut KfW-Mittelstandspanel 2026 auf 8,7 Prozent Umsatzrendite vor Steuern. Materialanteil und Personalkosten liegen ebenfalls nahe an den veröffentlichten Werten, die Rendite ist nur grob vergleichbar. Handwerksweite Kennzahlen sind allerdings rar. Einen frei zugänglichen, aktuellen Betriebsvergleich der Kammern haben wir nicht gefunden.
| Kennzahl | Veröffentlichter Wert | Im Beispiel | Quelle und Einschränkung |
|---|---|---|---|
| Materialanteil Maler | 20 % (SHK 39 %, Elektro 36 %, Tischler 35 %, Dachdecker 32 %) | 16,8 % ohne Fremdleistungen | handwerk magazin, 02.10.2026, nach Zahlwerk.eu und LGH-Betriebsvergleichen, Richtgrößen vom Umsatz ohne Datenjahr |
| Personalkosten | rund 37 % im Schnitt des Handwerks, Maler und Lackierer 46,4 % | 36,1 % für die Gesellen, rund 45 % mit den angenommenen Bürokosten aus dem Stundensatz-Beispiel | ifh Göttingen, 2025, ZDH-Strukturumfrage 2025 mit 5.141 Betrieben, Maler 323, Geschäftsjahr 2024, einschließlich Solobetrieben, das Institut gehört zum Deutschen Handwerksinstitut |
| Umsatzrendite vor Steuern 2025 | Mittelstand 7,5 %, Bau 8,7 %, unter 10 Beschäftigten 12,2 % | 8,6 % Überschuss | KfW-Mittelstandspanel 2026, Tabelle 17, Mittelstand bis 500 Mio. Euro Umsatz, das Handwerk weist die KfW nicht gesondert aus. Ob der Inhaberlohn enthalten ist, weist die Tabelle nicht aus |
Zwei Software-Ratgeber (Abruf 31.10.2026) rechnen mit Musteraufträgen, bei denen 3.900 von 10.000 Euro Gewinn bleiben und 4.000 von 12.000 Euro geplant sind, von denen 2.600 Euro übrig bleiben, nach unserer Rechnung 39, 33 und knapp 22 Prozent. Marktwerte sind das nicht, die Zahlen liegen aber weit über den Umsatzrenditen in der Tabelle, die höchstens 12,2 Prozent erreichen. Wer so etwas als Maßstab nimmt, hält einen guten Auftrag schnell für einen schlechten. Ihr Maßstab bleibt die eigene Nachkalkulation.
Häufige Fehler bei der Kalkulation
Sechs Kalkulationsfehler lassen sich vermeiden, zwei davon entstehen schon vor dem Rechnen: alte Preise und Arbeit, die niemand bezahlt. Ein Kostenanschlag etwa ist im Zweifel nicht zu vergüten (§ 632 Abs. 3 BGB). Ihre Zeit für die Kalkulation muss also der Satz tragen, den Sie danach verkaufen. Mehr dazu im Beitrag zum Kostenvoranschlag.
| Fehler | Folge | Besser |
|---|---|---|
| Gemeinkosten doppelt oder gar nicht | Preis zu hoch oder Verlust | Satz oder Zuschläge, nie beides |
| Zeitwerte aus dem Bauch | Abweichung fällt erst am Ende auf | Zeitwerte aus der Nachkalkulation |
| Preisliste vom Vorjahr | Marge schrumpft unbemerkt | Einkaufspreise vor dem Angebot prüfen |
| Preis des Wettbewerbers übernommen | Fremde Kosten im eigenen Angebot | Kammern Dortmund und Dresden: Sich „einfach am Mitbewerber“ zu orientieren, hilft im Regelfall nicht, die Kosten zu decken |
| Zusatzarbeit nicht berechnet | Stunden ohne Umsatz | Vor der Ausführung als Nachtrag anbieten |
| Nur die guten Aufträge nachrechnen | Verlustaufträge bleiben unsichtbar | Jeden größeren Auftrag einzeln, kleine gesammelt je Auftragsart |
Zwischenfazit: Kalkulieren Sie vor dem Auftrag, rechnen Sie danach nach, und werben Sie gezielt um die Auftragsarten, die sich lohnen. Zeigen die letzten Treppenhäuser immer wieder 46 statt 38 Stunden, kalkulieren Sie das nächste mit 46.
Häufige Fragen
Wie kalkulieren Sie als Handwerker einen Auftrag?
Sie rechnen Stunden mal Stundenverrechnungssatz, dazu Material mit Aufschlag, Fremdleistungen mit Aufschlag und Sonderkosten. Das ergibt den Nettopreis, für Privatkunden kommen in der Regel 19 Prozent Umsatzsteuer dazu. Gemeinkosten, Wagnis und Gewinn stecken dabei schon im Satz.
Was ist eine Nachkalkulation im Handwerk?
Die Nachkalkulation vergleicht nach Abschluss des Auftrags die geplanten mit den tatsächlichen Stunden und Kosten. Daraus berechnen Sie den erzielten Stundensatz und sehen, ob der Auftrag sein Ziel erreicht hat. Das Ergebnis verbessert die Zeitwerte für die nächste Kalkulation.
Wie hoch ist der Materialaufschlag im Handwerk?
Einen festen Satz gibt es nicht. Das Existenzgründungsportal des Bundes rechnet im Beispiel mit 10 Prozent, ein Kammerberater nennt in der Deutschen Handwerks Zeitung 10, 20 oder 30 Prozent. Der Aufschlag darf nur tragen, was nicht schon im Stundensatz steckt.
Was ist der Unterschied zwischen Vorkalkulation und Nachkalkulation?
Die Vorkalkulation ermittelt vor dem Auftrag den Preis aus geschätzten Mengen und Zeiten. Die Nachkalkulation prüft danach mit tatsächlichen Mengen und Preisen, ob die Rechnung aufgegangen ist.
Ist eine Zuschlagskalkulation besser als der Stundensatz?
Keine Methode ist grundsätzlich besser. Der Stundensatz passt, wenn der Lohn den Auftrag prägt, Zuschläge passen eher, wenn der Materialanteil von Auftrag zu Auftrag schwankt. Mischen Sie beides nicht, sonst stecken Gemeinkosten doppelt im Preis.
Nächster Schritt
Unsere kostenlose Potenzialanalyse zeigt, wie oft in Ihrer Region nach den Aufträgen gesucht wird, die sich für Sie lohnen. Und sie zeigt, wo Ihr Betrieb bei Google und in der KI-Suche steht und wer vor Ihnen liegt.
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