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Handwerk

Handwerker Aufträge finden: 9 Wege im Vergleich

Autor: Niklas Schwerin10 Min
Klemmbrett mit Auftragszetteln, Bleistift und weißer Bauhelm auf einem Holztisch, Symbol für Aufträge finden als Handwerker

Empfehlungen, Bestandskunden, Google, Website, KI-Suche, Portale, Ausschreibungen und Kooperationen im Vergleich: welcher Weg die Aufträge bringt, die sich lohnen.

Kurz gesagt:

  • Handwerker finden Aufträge auf neun Wegen: Empfehlung, Bestandskunden, Google-Profil, Website, KI-Suche, Portale, Ausschreibungen, Kooperationen und Werbung vor Ort.
  • Lohnend ist ein Auftrag, bei dem nach Material, Lohn und den Kosten, ihn zu gewinnen, genug übrig bleibt. Rechnen Sie deshalb in Kosten je Auftrag.
  • Portale füllen schnell den Kalender. In unserer Beispielrechnung kostet ein Auftrag darüber aber ein Vielfaches einer Empfehlung (1.800 € gegen 240 €). Empfehlung und eigene Sichtbarkeit bei Google kosten wenig Geld, dafür Zeit.
  • Öffentliche Bauaufträge des Bundes bis 50.000 € netto dürfen seit 01.01.2026 direkt vergeben werden.

Wer als Handwerker Aufträge finden will, hat 2026 vor allem diese Wege: Empfehlungen, das Google-Profil und die eigene Website, Portale, öffentliche Ausschreibungen und Kooperationen. Welcher Weg sich lohnt, hängt weniger an der Zahl der Anfragen als daran, was je Auftrag übrig bleibt. Die Frage wird drängender: Im 2. Quartal 2026 meldeten laut Konjunkturbericht des Zentralverbands des Deutschen Handwerks, der die Interessen der Handwerksbetriebe vertritt, 34 % der befragten Betriebe einen rückläufigen Auftragsbestand, ein Jahr zuvor 24 %. Dieser Vergleich ordnet neun Wege nach Aufwand, Kosten und Auftragsqualität.

Wie können Handwerker Aufträge finden? 9 Wege im Vergleich

Handwerker finden Aufträge am günstigsten über Empfehlungen und Bestandskunden, am schnellsten über Auftragsportale und am planbarsten über öffentliche Ausschreibungen und Kooperationen. Google-Profil, Website und KI-Suche bringen geplante Aufträge ohne Gebühr je Anfrage, brauchen aber Monate. Die Einschätzung in der Tabelle ist unsere, die Belege stehen in den Abschnitten darunter (Stand Oktober 2026).

Weg Aufwand Kosten Auftragsqualität Bis zum ersten Auftrag
Empfehlung gering, bei jeder Abnahme fragen kein Geld hoch, Vertrauen ist schon da Wochen bis Monate
Bestandskunden und Wartungsverträge mittel, Kundenliste pflegen kein Geld hoch, planbar Tage bis Wochen
Google-Unternehmensprofil gering bis mittel kostenlos laut Google gemischt, oft kurzfristige Aufträge Wochen
Eigene Website mit Leistungsseiten mittel bis hoch einmalig plus Pflege hoch bei geplanten Aufträgen Monate
KI-Suche (ChatGPT, Googles KI-Übersicht) mittel, über Profil, Bewertungen, Website keine Anzeigengebühr hoch bei geplanten Aufträgen Monate
Auftragsportale gering je Kontakt, Anfrage oder Monat gemischt, oft im Wettbewerb mit anderen Betrieben Tage
Öffentliche Ausschreibungen hoch, Formalien und Nachweise Zeit, Präqualifikation kostenpflichtig planbar, Preis entscheidet oft Wochen bis Monate
Kooperationen (Hausverwaltung, Generalunternehmer, Architekt) mittel, Beziehung aufbauen kein Geld regelmäßig, Preise oft vorgegeben Monate
Werbung vor Ort (Fahrzeug, Bauschild, Postwurf) gering bis mittel je nach Mittel, siehe Werbe-Vergleich Nachbarschaft, gemischt Wochen
Infografik: Handwerker Aufträge finden, sechs Wege von Empfehlung bis Kooperation nach Kosten, Auftragsqualität und Tempo im Vergleich

Wir halten nichts davon, alle neun Wege gleichzeitig zu bespielen. Zwei bis drei, die zu Ihrem Gewerk passen, reichen, wenn Sie messen, was sie bringen. Wie wir Betriebe bei Google und in KI-Suchen auf die Aufträge ausrichten, die sich lohnen, steht auf der Seite Marketing für Handwerker.

Zwischenfazit: Die günstigsten Wege brauchen die meiste Zeit. Wer schnell Aufträge braucht, nutzt ein Portal, wer lohnende Aufträge will, baut parallel eigene Wege auf.

Lohnende Aufträge statt voller Bücher: der Rechenweg

Ob ein Auftrag sich lohnt, zeigen die Kosten je Auftrag, nicht volle Bücher: Dieselbe Badsanierung kostet in unserer Beispielrechnung über ein Portal 1.800 € je Auftrag, über eine Empfehlung 240 €.

Die Formel für die Kosten je Auftrag steht ausführlich im Portal-Vergleich für Handwerker:

Kosten je Auftrag = (Preis je Kontakt + Zeit je Kontakt × Stundensatz) ÷ Abschlussquote

Beispiel (alle Werte Annahmen) Auftragswert nach Material und Lohn (40 %) Kosten je Auftrag bleibt
Reparatur über ein Portal 600 € 240 € (15 € + 15 €) ÷ 10 % = 300 € minus 60 €
Badsanierung über ein Portal 18.000 € 7.200 € (60 € + 2 h × 60 €) ÷ 10 % = 1.800 € 5.400 €
Badsanierung über eine Empfehlung 18.000 € 7.200 € 2 h × 60 € ÷ 50 % = 240 € 6.960 €
Wartungsvertrag Heizung, Bestandskunde 250 € im Jahr 100 € 20 € (Anruf, Termin) 80 €, dazu Folgeaufträge

Die 300 € in der ersten Zeile entstehen so: 15 € je Kontakt plus eine Viertelstunde Ihrer Zeit zu 60 €, geteilt durch eine Abschlussquote von 10 %. Jeder zehnte Kontakt wird also zum Auftrag. Das ist der Auftrag, über den Sie sich abends im Transporter ärgern: ein ganzer Einsatz, und unterm Strich fehlen 60 €. Setzen Sie Ihre eigenen Werte ein. Die Abschlussquote je Weg kennen Sie erst, wenn Sie jeden Kunden fragen, wie er auf Sie gekommen ist.

Anfragen annehmen, auch auf der Baustelle

Die Abschlussquote hängt auch daran, ob Sie überhaupt abnehmen. Wer tagsüber auf der Baustelle ist und erst abends zurückruft, riskiert, dass der Anrufer bis dahin einen anderen Betrieb erreicht hat. Vor dieser Frage stand auch FALC Immobilien, ein Maklerbüro in Hildesheim: Anrufe banden jeden Tag Zeit im Sekretariat, außerhalb der Bürozeiten war niemand erreichbar, Anfragen gingen verloren. Wir haben einen KI-Telefonassistenten in die bestehende Nummer eingebunden. In drei Wochen kamen 104 Anrufe an. In 21 echten Gesprächen, die der Assistent vollständig selbst führte, entstanden 7 qualifizierte Anfragen. Für Handwerksbetriebe haben wir solche Zahlen noch nicht.

Zwischenfazit: Messen Sie jeden Weg in Kosten je Auftrag. In der Beispielrechnung liegen sie bei Empfehlungen und Bestandskunden am niedrigsten, weil kein Preis je Kontakt anfällt.

Empfehlungen und Bestandskunden: die günstigsten Aufträge

Empfehlungen sind bei der Handwerkersuche die häufigste Entscheidungshilfe: 83 % der Deutschen ab 16 holen sich Rat bei Freunden, Familie oder Kollegen, so eine im Juni 2025 veröffentlichte Umfrage des Digitalverbands Bitkom unter 1.004 Personen (Mehrfachnennungen möglich). Empfehlungen kommen trotzdem selten von allein. Fragen Sie bei der Abnahme, wem der Kunde Sie empfehlen würde, und schicken Sie ihm am selben Tag den Link zu Ihrer Google-Bewertung.

Bestandskunden sind die zweite günstige Quelle, vor allem über Wartung. Im SHK-Handwerk sind die Geschäftserwartungen laut Fachverband pessimistisch, das Kundendienst- und Wartungsgeschäft wird aber „anhaltend optimistisch bewertet“ (ZDH-Konjunkturbericht 1/2026). Dazu kommen Prüfpflichten, die Termine auslösen:

  • Heizungen mit Wasser als Wärmeträger, eingebaut vor dem 01.10.2009, in Gebäuden ab sechs Wohnungen müssen bis zum 30.09.2027 geprüft und optimiert werden (§ 60b GEG, seit Juli 2026 Gebäudemodernisierungsgesetz).
  • Ab 01.01.2027 gilt: Wärmepumpen für Raumwärme und Warmwasser, die nach dem 31.12.2023 in Betrieb gingen, müssen in Gebäuden ab sechs Wohnungen nach der ersten vollständigen Heizperiode, spätestens zwei Jahre nach Inbetriebnahme, geprüft werden, ohne Wartungsvertrag oder Fernkontrolle spätestens alle fünf Jahre erneut (BGBl. 2026 I Nr. 226). Ein Wartungsvertrag erspart dem Eigentümer also die gesonderte Prüfung.

Unabhängig von der Pflicht fördert das BAFA die Heizungsoptimierung mit 15 %; eingebunden sein muss ein Energieeffizienz-Experte oder ein Fachunternehmen.

Zwischenfazit: Schreiben Sie Bestandskunden und Hausverwaltungen mit Heizungen oder Wärmepumpen in Häusern ab sechs Wohnungen jetzt an, die Fristen 2027 liefern den sachlichen Grund für den Anruf. Kunden, die Sie noch nicht kennen, erreichen Sie über Google-Profil, Website und KI-Suche.

Private Aufträge: Google-Profil, Website und KI-Suche

Private Aufträge für Handwerker kommen online über drei Stellen: das Google-Unternehmensprofil, die eigene Website und die KI-Suche in ChatGPT oder Googles KI-Übersicht. Für 40 % der Befragten der Bitkom-Umfrage ist eine fehlende Website ein Grund, einen Betrieb auszuschließen, 26 % schauen sich die Websites möglicher Betriebe an.

Bei Google beruhen die lokalen Ergebnisse in Google Maps und der Suche laut Google-Hilfe hauptsächlich auf Relevanz, Entfernung und Beliebtheit. Google schreibt dort auch: „Je mehr Rezensionen und positive Bewertungen Ihr Unternehmen erhält, desto besser kann das Ranking in lokalen Suchergebnissen ausfallen.“ Kaufen lässt sich dieser Platz nicht. Was auf die Website gehört, zeigt der Beitrag Homepage für Handwerker, wie KI-Suchen Betriebe nennen, der Beitrag KI im Handwerk.

Wie schnell eigene Sichtbarkeit wachsen kann, zeigt Tandel Immobilien, ein Maklerbüro, für das wir arbeiten. Im Mai 2026 erschien die Website laut Google Search Console 2.606-mal in den Google-Ergebnissen, im Schnitt auf Position 19,2. Im September waren es 28.692 Impressionen, elfmal so viele, bei Position 13,7.

Ob Sie in der KI-Suche vorkommen, prüfen Sie selbst: Fragen Sie ChatGPT nach „[Gewerk] in [Ort]“ und schauen Sie, welche Betriebe es nennt. In einer Stichprobe des Textwerkzeug-Anbieters WORTLIGA, der selbst Website-Analysen verkauft, hatten Betriebe, die Googles KI-Modus und ChatGPT beide empfahlen, im Median 49 Bewertungen, nicht genannte 19 (WORTLIGA, Oktober 2026). Das ist ein Zusammenhang, keine Ursache.

Zwischenfazit: Google-Profil, Bewertungen und Website sind der Weg zu privaten Aufträgen ohne Gebühr je Anfrage. Bis daraus regelmäßig Anfragen kommen, vergehen einige Monate, und die überbrücken Portale, um die es als Nächstes geht.

Portale, Werbung vor Ort und Social Media

Auftragsportale bringen die schnellsten Anfragen, doch oft bewerben sich mehrere Betriebe um denselben Auftrag. Bei Aroundhome etwa wird nach Angabe des Portals im Durchschnitt aus jeder zehnten Anfrage ein Auftrag, und eine Anfrage geht an bis zu drei Fachbetriebe (Aroundhome, Partnerseite, Stand Oktober 2026); die AGB (Stand Juli 2023) erlauben die Weitergabe an weitere Partner ohne feste Obergrenze. Bei MyHammer fiel nach den AGB in der Fassung Dezember 2024 die Gebühr je Kontakt auch ohne Zuschlag an. Eine neuere Fassung (Stand Februar 2026) war für uns nicht abrufbar; lesen Sie die aktuelle vor der Anmeldung.

Für Lücken im Kalender oder den Start in einem neuen Gebiet kann ein Portal passen. Wer acht Anbieter mit Preismodell, Kündigung und Kosten je Auftrag vergleichen will, findet sie im Portal-Vergleich für Handwerker.

Werbung vor Ort, Presse und Social Media

Werbung vor Ort erreicht Menschen dort, wo Ihr Betrieb ohnehin unterwegs ist. Bei der Wahl eines Handwerksbetriebs ziehen laut Bitkom 23 % analoge Anzeigen wie Gelbe Seiten oder schwarze Bretter heran, 14 % soziale Netzwerke. Die wichtigsten Wege mit Kosten:

  • Fahrzeug und Bauschild: einmal bezahlt, danach sichtbar bei jeder Fahrt und jeder Baustelle, am besten mit QR-Code oder eigener Nummer.
  • Postwurf und Zeitung: für saisonale Leistungen wie die Heizungswartung im Herbst, bezahlt bei jedem Einsatz.
  • Branchenverzeichnisse: Grundeinträge sind oft kostenlos, wichtig ist, dass Name, Adresse und Nummer überall gleich sind.
  • Lokale Presse und Messen: ein Bericht über ein besonderes Projekt in der Lokalzeitung oder ein Stand auf der Regionalmesse; wirkt bei Kunden, die lange planen.
  • Social Media: kein Geld, aber ein fester Termin in der Woche für Fotos von der Baustelle; zahlt nach unserer Einschätzung eher auf Bekanntheit und Bewerber ein als auf direkte Aufträge.

Preise und einen Rechenweg je Werbeweg finden Sie im Vergleich Werbung für Handwerker.

Zwischenfazit: Nutzen Sie Portale als Ergänzung zu Ihren eigenen Wegen und rechnen Sie nach drei Monaten die Kosten je Auftrag nach, Werbung vor Ort erreicht vor allem die Nachbarschaft. Planbarer sind öffentliche Aufträge, und für kleine Bauaufträge sind die Formalien seit 2026 geringer.

Öffentliche Ausschreibungen: Wertgrenzen 2026 und wo Sie sie finden

Kleine öffentliche Bauaufträge gehen seit 2026 mit weniger Formalien: Bauleistungen bis 50.000 € netto darf der Bund seit dem 01.01.2026 ohne Vergabeverfahren direkt beauftragen, laut Erlass des Bundesbauministeriums vom 15.12.2025. Der Auftraggeber soll dabei zwischen den beauftragten Unternehmen wechseln.

Verfahren (Bauleistungen, Bund, laut Erlass vom 15.12.2025) Wertgrenze ab 01.01.2026, ohne Umsatzsteuer
Direktauftrag ohne Vergabeverfahren bis 50.000 €
Freihändige Vergabe bis 100.000 €
Beschränkte Ausschreibung ohne Teilnahmewettbewerb bis 150.000 €
EU-weite Ausschreibung (Bauaufträge) ab 5.404.000 € (Erlass vom 16.12.2025)

Die Werte gelten für den Bund. Länder und Kommunen haben zum Teil eigene Wertgrenzen (BIBB, Juli 2026). Oberhalb der EU-Schwellenwerte gilt weiter der Losgrundsatz, seit dem 01.07.2026 in § 97a GWB: Leistungen werden grundsätzlich in Teil- und Fachlosen vergeben. Zusammen vergeben werden dürfen sie, wenn wirtschaftliche oder technische Gründe es erfordern, bei bestimmten Infrastrukturvorhaben auch aus zeitlichen Gründen. Das kann auch große Aufträge für einzelne Gewerke offenhalten.

So finden Sie Ausschreibungen:

  1. service.bund.de bündelt Ausschreibungen von Bund, Ländern, Städten und Kommunen, mit Suchauftrag per Newsletter.
  2. TED zeigt EU-weite Ausschreibungen kostenlos.
  3. Auftragsberatungsstellen helfen beim ersten Angebot; bei der Auftragsberatungsstelle Sachsen etwa ist die Beratung kostenlos.

Die Präqualifikation spart Nachweise bei jedem Angebot, ist laut ZDH aber kostenpflichtig.

Zwischenfazit: Bei Direktaufträgen bis 50.000 € zählt, dass die Vergabestelle Sie kennt, also stellen Sie sich beim Bauamt Ihrer Gemeinde vor. Für größere Lose lohnt ein Partner, dazu mehr im nächsten Abschnitt.

Kooperationen: Hausverwaltungen, Generalunternehmer, Bietergemeinschaften

Kooperationen bringen regelmäßige Aufträge, weil ein Partner immer wieder Arbeit vergibt. Das kann die Hausverwaltung mit 400 Wohnungen sein, die für die Eigentümer bis zum 30.09.2027 ältere Heizungen prüfen lassen muss. Oder der Generalunternehmer, der einen Fliesenleger braucht, und der Architekt, der verlässliche Gewerke empfiehlt. Der Preis ist dort oft vorgegeben, dafür fällt die Akquise je Auftrag weg.

Bei öffentlichen Aufträgen können sich kleinere Betriebe als Bietergemeinschaft zusammen bewerben und ein größeres Los gemeinsam ausführen. Welche Bedingungen für eine Bietergemeinschaft gelten, steht in den Vergabeunterlagen; die Auftragsberatungsstelle hilft beim ersten gemeinsamen Angebot.

Wer selbst Nachunternehmer beauftragt, haftet mit. Für den Mindestlohn der Beschäftigten des Nachunternehmers haftet der Auftraggeber wie ein Bürge (§ 14 AEntG in Verbindung mit § 13 MiLoG). Im Baugewerbe kommt ab 275.000 € Gesamtwert der Bauleistungen die Haftung für Sozialversicherungsbeiträge hinzu, die mit einer Präqualifikation des Nachunternehmers entfallen kann (§ 28e SGB IV).

Zwischenfazit: Eine Hausverwaltung oder ein Generalunternehmer als Stammkunde ersetzt viele einzelne Anfragen. Klären Sie Preise, Zahlungsziele und Haftung schriftlich.

Häufige Fragen

Wo finde ich als Handwerker Aufträge?

Aufträge finden Handwerker über Empfehlungen, Bestandskunden, das Google-Unternehmensprofil, die eigene Website, KI-Suchen, Auftragsportale, öffentliche Ausschreibungen und Kooperationen mit Hausverwaltungen oder Generalunternehmern. Nach unserer Einschätzung sind Empfehlung und Bestandskunden am günstigsten, Portale am schnellsten. Wer lohnende Aufträge will, baut zwei bis drei Wege auf und misst je Weg die Kosten je Auftrag.

Wie komme ich schnell an Aufträge?

Schnell geht es über Auftragsportale, Kleinanzeigen und Bestandskunden. Portale liefern oft innerhalb von Tagen Anfragen, allerdings im Wettbewerb mit anderen Betrieben. Bestandskunden erreichen Sie mit einem Anruf, etwa zur fälligen Heizungsprüfung. Parallel sollten Sie Google-Profil und Bewertungen pflegen, damit später auch Anfragen ohne Gebühr kommen.

Wo finde ich private Aufträge für Handwerker kostenlos?

Kostenlos sind Empfehlungen, das Google-Unternehmensprofil und Ihre Bestandskunden. Auch Kleinanzeigen erlaubt gewerblichen Nutzern eine kostenlose Anzeige je 30 Tage in der Kategorie Dienstleistungen (gültig ab 01.09.2026). Bei Portalen kostet meist der Kontakt oder ein Monatsbeitrag. Kostenlos heißt dabei nur ohne Rechnung: Ihre Zeit für Profil, Fotos und Rückrufe kommt dazu.

Lohnen sich öffentliche Ausschreibungen für kleine Betriebe?

Für kleine Bauaufträge eher als früher. Seit 2026 darf der Bund Bauleistungen bis 50.000 € netto direkt vergeben, und oberhalb der EU-Schwellenwerte werden Aufträge nach § 97a GWB grundsätzlich in Fach- und Teillosen vergeben. Der Aufwand liegt in den Nachweisen. Eine Präqualifikation spart sie bei jedem Angebot, kostet aber Gebühren.

Wie bekomme ich Aufträge als Subunternehmer?

Sprechen Sie Generalunternehmer, Bauträger und Hausverwaltungen in Ihrer Region direkt an und zeigen Sie Referenzen aus Ihrem Gewerk. Hilfreich ist eine Präqualifikation, weil der Auftraggeber dann bei der Haftung für Sozialversicherungsbeiträge entlastet sein kann. Halten Sie Preis, Zahlungsziel und Gewährleistung in einem kurzen Vertrag fest, bevor Sie anfangen.

Nächster Schritt

Fragen Sie in den nächsten vier Wochen jeden neuen Kunden, wie er auf Sie gekommen ist, und schreiben Sie den Auftragswert dazu. Danach wissen Sie, welcher Weg Ihnen die Aufträge bringt, die sich lohnen.

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