Gegen ImmoScout24 ranken: wo Makler die Portale schlagen
SEO gegen ImmobilienScout24: Wo die Portale strukturell unschlagbar sind, welche Suchen sie nicht bedienen und wie du als Makler genau dort selbst gewinnst.
Niklas Schwerin
Co-Founder & KI-Stratege
Kurz gesagt:
- Bei der Objektsuche gewinnst du gegen die Portale nicht. Jeder Euro in diesen Wettbewerb ist verloren.
- Das musst du auch nicht. Eigentümer suchen kein Objekt, sie suchen einen Menschen – und dort listen die Portale bestenfalls, empfehlen können sie nicht.
- Dein Terrain sind vier Suchtypen: Bewertungs-Intent, Maklersuche, Stadtteil-Wissen und Ablauffragen mit lokalem Bezug.
- Der entscheidende Vorteil ist nichts, was sich skalieren lässt: Ortskenntnis. Genau die kann ein bundesweites Portal nicht liefern.
- Praktische Konsequenz: Hör auf, um Objekt-Keywords zu kämpfen, und besetze die Fragen, die vor dem Objekt kommen.
Die Frage kommt in fast jedem Erstgespräch, meist mit einem resignierten Unterton: „Gegen ImmoScout haben wir doch sowieso keine Chance."
Der erste Teil der Antwort ist unangenehm: Stimmt. Bei bestimmten Suchen wirst du nie gewinnen, egal wie gut deine Website ist.
Der zweite Teil ist der interessante: Es sind nicht die Suchen, die dein Geschäft ausmachen.
Wo die Portale strukturell unschlagbar sind
Fangen wir mit dem an, was du dir sparen kannst.
Ein Portal hat bei der Objektsuche drei Vorteile, gegen die kein einzelnes Maklerbüro ankommt. Es hat zehntausende Objekte statt zwölf, also für jede erdenkliche Kombination aus Ort, Zimmerzahl und Preis eine passende Seite. Es hat eine Domain-Autorität, die über Jahre und mit Fernsehwerbung aufgebaut wurde. Und es hat Nutzersignale in einer Größenordnung, die ein lokales Büro nie erzeugt.
Wenn jemand „3-Zimmer-Wohnung Braunschweig mieten" sucht, ist das Ergebnis vorhersehbar. Da stehen die Portale, und dahinter noch mehr Portale.
Der Fehler, den ich regelmäßig sehe: Makler lassen sich genau auf diesen Kampf ein. Sie optimieren Objektseiten auf Suchbegriffe, bei denen sie chancenlos sind, und wundern sich nach einem Jahr über ausbleibende Ergebnisse.
Kurzfazit: Objektsuche ist verlorenes Terrain. Das früh zu akzeptieren spart dir ein Jahr und viel Geld.
Warum das für dein Geschäft kaum eine Rolle spielt
Jetzt die Frage, die selten gestellt wird: Wie viele deiner Aufträge kommen eigentlich von Leuten, die nach einer Wohnung gesucht haben?
Käufer und Mieter bringen dir Arbeit. Eigentümer bringen dir Mandate. Und Eigentümer suchen komplett anders.
Jemand, der über einen Verkauf nachdenkt, tippt nicht „Haus kaufen Braunschweig" ein. Er tippt Fragen ein. Was ist mein Haus wert. Was macht ein Makler eigentlich. Brauche ich einen Energieausweis. Wie läuft das ab. Welcher Makler ist gut.
Bei diesen Suchen sind die Portale schwach – nicht weil sie es nicht könnten, sondern weil ihr Geschäftsmodell etwas anderes ist. Ein Portal kann dir einen Wertrechner anbieten. Es kann dir nicht sagen, dass in deiner Straße im letzten Halbjahr drei Objekte über dem Angebotspreis weggegangen sind.
Die Suchtypen, aufgeschlüsselt
| Was gesucht wird | Wer gewinnt | Deine Chance | Warum |
|---|---|---|---|
| Objektsuche („Wohnung kaufen [Ort]") | Portale | keine | Bestandsgröße und Domain-Autorität |
| Objektdetails („[Straße] Wohnung Preis") | Portale | keine | Dieselbe Logik |
| Bewertungs-Intent („Was ist mein Haus wert") | offen | hoch | Portale bieten Rechner, keine Einschätzung |
| Maklersuche („Immobilienmakler [Ort]") | offen | hoch | Portale listen, empfehlen aber nicht |
| Stadtteil-Wissen („Preise [Stadtteil]") | offen | sehr hoch | Zu kleinteilig für bundesweite Anbieter |
| Ablauffragen („Hausverkauf Ablauf [Ort]") | Ratgeberseiten | mittel | Gewinnbar über lokalen Bezug |
| Rechtsfragen allgemein („Maklerprovision") | Ratgeberseiten | niedrig | Bundesweit, kein Ortsvorteil |
| Dein Firmenname | du | – | Navigationssuche |
Die dritte bis fünfte Zeile sind dein Geschäft. Dort entscheidet sich, ob ein Eigentümer dich findet, bevor er bei einem Wettbewerber landet.
Der Vorteil, den niemand skalieren kann
Hier liegt der Kern, und er ist strategisch wichtiger als jede technische Maßnahme.
Ein bundesweites Portal kann alles skalieren außer einem: Ortskenntnis. Es kann automatisiert eine Seite für jeden deutschen Stadtteil erzeugen, aber es kann nicht schreiben, dass die Bebauung nördlich der Bahnlinie aus den Fünfzigern stammt und dass Käufer dort regelmäßig die Sanierungskosten unterschätzen.
Du kannst das. Und genau das ist der Inhalt, der bei „Preise [dein Stadtteil]" gewinnt – weil es außer dir kaum jemanden gibt, der ihn produzieren könnte.
Praktisch heißt das: Statt einer Seite für „Immobilienmakler Braunschweig", bei der du gegen alle antrittst, baust du Seiten für die Stadtteile, in denen du tatsächlich arbeitest. Wie man das ohne dünne Massenseiten macht, ist ein eigenes Thema – der Fehler dabei ist immer derselbe: zwanzig Seiten mit ausgetauschtem Ortsnamen und sonst identischem Text. Das erkennt Google, und es erkennt es zuverlässig.
Kurzfazit: Dein Wettbewerbsvorteil ist Wissen, das sich nicht automatisieren lässt. Alles, was ein Portal auch schreiben könnte, ist der falsche Inhalt.
Aus der Praxis
Klose & Partner war für Google praktisch unsichtbar, während die Wettbewerber in der Region längst gefunden wurden. Die Ausgangslage war also nicht „schlechter als ImmoScout", sondern „schlechter als der Makler zwei Straßen weiter". Das ist der Wettbewerb, der zählt.
Nach der technischen Optimierung und den ersten Ratgeber-Inhalten zeigte die Search Console binnen drei Wochen 539 Impressionen und 100 Besucher, bei einer Klickrate von 13,9 Prozent – fast dreimal über dem Branchenschnitt von 3 bis 5 Prozent. Diese Klickrate ist der eigentlich interessante Wert: Sie war so hoch, weil die Inhalte auf konkrete lokale Fragen zielten. Bei Objekt-Keywords wäre sie nie zustande gekommen.
Ein zweiter Fall zeigt die Anschlussseite: Immobilien Mutzel bekam nach dem Website-Relaunch sechs Eigentümeranfragen bei einer Konversionsrate von 20 Prozent. Sichtbarkeit ist die eine Hälfte, was danach mit dem Besucher passiert, die andere. Beides sind Einzelfälle und keine zugesicherte Eigenschaft.
Was du konkret tust
Checkliste: Terrain wechseln
- Deine aktuellen Ziel-Keywords prüfen. Wie viele davon sind Objekt-Suchen? Die streichst du.
- Fünf Eigentümer-Fragen sammeln, die dir Kunden im Erstgespräch tatsächlich gestellt haben. Das sind deine Themen.
- Für jeden Stadtteil, in dem du arbeitest, eine Seite mit echtem Inhalt – Bebauung, Preisniveau, Besonderheiten, was Käufer dort unterschätzen.
- Keine Textbausteine mit ausgetauschtem Ortsnamen. Lieber drei gute Stadtteilseiten als zwanzig leere.
- Google-Unternehmensprofil vollständig, mit Tätigkeitsgebiet und aktuellen Bewertungen. Der stärkste lokale Hebel.
- Eine Seite zum Bewertungs-Intent, die nicht nur einen Rechner zeigt, sondern erklärt, was einen echten Wert von einer Schätzung unterscheidet.
- Selbst nachschauen: Googele deine fünf wichtigsten Begriffe. Wenn dort Portale stehen, hast du das falsche Keyword gewählt.
Der letzte Punkt ist der schnellste. Zehn Minuten Suchen sagt dir mehr über deine Chancen als jedes Werkzeug.
Häufige Fragen
Soll ich meine Objekte gar nicht mehr auf der eigenen Seite haben?
Doch, unbedingt – aber nicht als SEO-Maßnahme. Objektseiten sind wichtig für Besucher, die schon bei dir sind, und für Eigentümer, die sehen wollen, wie du vermarktest. Sie sind nur kein Kanal, über den neue Leute dich finden. Die Erwartung ist das Problem, nicht die Seiten.
Bringt es etwas, auf ImmoScout24 gelistet zu sein und gleichzeitig SEO zu machen?
Ja, das schließt sich nicht aus. Das Portal bringt dir Käufer- und Mieteranfragen, SEO bringt dir Eigentümer. Der Unterschied ist die Abhängigkeit: Beim Portal zahlst du dauerhaft für Sichtbarkeit, die dir nicht gehört. Bei deiner eigenen Seite baust du etwas auf, das bleibt.
Wie finde ich heraus, ob ein Keyword für mich gewinnbar ist?
Der schnellste Test ist die Suche selbst. Stehen auf Seite 1 überwiegend Portale und bundesweite Plattformen, ist es kein gutes Ziel. Stehen dort lokale Makler, Ratgeberseiten oder gemischte Ergebnisse, ist Platz. Das ist unwissenschaftlich, aber verlässlich.
Was ist mit dem lokalen Kartenbereich bei Google?
Der ist für Makler oft wichtiger als die klassische Trefferliste, und dort spielen die Portale nicht mit. Der Kartenbereich zieht seine Daten aus Google-Unternehmensprofilen. Wie du es aufsetzt, steht unter Local SEO für Immobilienmakler. Wenn deins ungepflegt ist, verschenkst du den einen Bereich, in dem du strukturell im Vorteil bist.
Lohnt sich das für ein kleines Büro überhaupt?
Gerade da, weil dein Wettbewerb regional ist. Du trittst nicht gegen ImmoScout an, sondern gegen die drei anderen Büros in deiner Stadt. Von denen hat erfahrungsgemäß keines Stadtteilseiten mit echtem Inhalt. Das ist eine niedrigere Hürde, als die Portal-Frage vermuten lässt.
Nächster Schritt
Nimm deine fünf wichtigsten Suchbegriffe und google sie. Wenn dort Portale stehen, hast du gerade herausgefunden, warum die letzten Monate nichts gebracht haben.
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