Ein Subunternehmervertrag aus Sicht des beauftragenden Handwerksbetriebs, zum Kopieren und als Word-Vorlage. Dazu Scheinselbstständigkeit, Ihre Haftung für Mindestlohn und Sozialbeiträge, Bauabzug, Umsatzsteuer und die Handwerksrolle des Subunternehmers.
Kurz gesagt:
- Das Subunternehmervertrag Muster hat 14 Paragrafen und ist aus Sicht des beauftragenden Betriebs geschrieben, zum Kopieren und als Word-Vorlage.
- Wichtigste Einschränkung: Gegen Scheinselbstständigkeit hilft der Vertrag allein nicht, es zählt, wie Sie auf der Baustelle tatsächlich zusammenarbeiten.
- Geben Sie eine eigene Vertragspflicht weiter, stehen Sie für den Mindestlohn seiner Leute ein. Im Baugewerbe kommen ab 275.000 Euro Sozialbeiträge dazu.
- Ohne Freistellungsbescheinigung behalten Sie 15 % ein, wenn die Zahlungen im Kalenderjahr voraussichtlich 5.000 Euro übersteigen, dann vom vollen Betrag.
Ein Subunternehmervertrag ist ein Werkvertrag, mit dem Ihr Betrieb einen Teil seines Auftrags an einen anderen Betrieb weitergibt. Er schützt Sie vor allem dann, wenn er neben Leistung und Preis auch Nachweise und eine Freistellung regelt. Der Grund steht in § 14 AEntG: Wer eine ihm geschuldete Leistung weitergibt, kann wie ein Bürge für den Mindestlohn der Leute seines Subunternehmers einstehen. Unser Subunternehmervertrag Muster regelt deshalb beides (Stand Oktober 2026).
Subunternehmervertrag Muster als Word-Vorlage und zum Kopieren
Die Vorlage ist kostenlos und ohne Anmeldung: Subunternehmervertrag Muster herunterladen (Word), dazu die PDF-Ansicht. Die Kopfzeile ist leer, dort setzen Sie Ihren Briefkopf ein. Alles zum Ausfüllen steht in eckigen Klammern, Klauseln für Sonderfälle sind gekennzeichnet. Das Muster gilt auch als Nachunternehmervertrag, beide Wörter meinen dasselbe.
Weil das Subunternehmervertrag Muster für Aufträge zwischen Unternehmern gedacht ist, nennt es Nettopreise. Mit Ihrem Kunden schließen Sie den Vertrag gesondert, zum Beispiel über das Bauvertrag Muster. Jede weitergegebene Arbeit kostet Sie Marge. Wie Betriebe online mehr von den Aufträgen bekommen, die sich lohnen, zeigt unsere Seite Marketing für Handwerker.
Subunternehmervertrag Muster (Stand Oktober 2026)
Subunternehmervertrag
zwischen [Name des Betriebs], vertreten durch [Name], [Straße Nr.], [PLZ Ort] (Auftraggeber)
und [Name des Subunternehmers], vertreten durch [Name], [Straße Nr.], [PLZ Ort] (Subunternehmer)
§ 1 Vertragsgegenstand
(1) Der Subunternehmer führt für das Bauvorhaben [Bezeichnung, Anschrift] folgende Leistungen aus: [Gewerk und Leistung].
(2) Geschuldet ist der vereinbarte Erfolg. Vertragsbestandteile sind in dieser Rangfolge: dieser Vertrag, das Leistungsverzeichnis vom [Datum], [Pläne, Bauzeitenplan].
§ 2 Selbstständige Ausführung
(1) Der Subunternehmer führt die Leistung eigenverantwortlich aus, [allein / mit eigenem Personal], mit eigenem Werkzeug und [eigenem Material / folgendem Material des Auftraggebers: …].
(2) Er bestimmt Arbeitszeit und Einsatz seiner Leute selbst, soweit die Termine nach § 6 eingehalten werden. Anweisungen des Auftraggebers beziehen sich nur auf das Werk, das Personal des Subunternehmers weist nur dieser an.
(3) Er kann auch für andere Auftraggeber tätig sein.
§ 3 Nachweise vor Beginn
(1) Der Subunternehmer legt vor Beginn der Arbeiten vor:
- Gewerbeanmeldung
- Handwerkskarte oder Eintragung in die Handwerksrolle, soweit das Gewerk zulassungspflichtig ist
- Freistellungsbescheinigung nach § 48b EStG
- Unbedenklichkeitsbescheinigungen der Krankenkassen und qualifizierte Unbedenklichkeitsbescheinigung der Berufsgenossenschaft, alternativ den Nachweis der Präqualifikation
- Nachweis der Betriebshaftpflichtversicherung
(2) Läuft ein Nachweis ab, legt er unaufgefordert einen neuen vor.
(3) Ohne vollständige Nachweise muss der Auftraggeber den Beginn der Arbeiten nicht dulden.
§ 4 Mindestlohn und Sozialabgaben
(1) Der Subunternehmer zahlt seinen Beschäftigten mindestens den gesetzlichen Mindestlohn und die für sein Gewerk geltenden Mindestentgelte. Er führt Sozialversicherungsbeiträge und Beiträge zur Unfallversicherung ordnungsgemäß ab.
(2) Nimmt ein Beschäftigter, eine Einzugsstelle oder ein Unfallversicherungsträger den Auftraggeber wegen eines Verstoßes des Subunternehmers in Anspruch, stellt der Subunternehmer den Auftraggeber davon frei.
(3) Abs. 1 und 2 gelten auch für weitere Subunternehmer, die er beauftragt. Beauftragen darf er sie nur mit Zustimmung des Auftraggebers in Textform (zum Beispiel per E-Mail).
§ 5 Vergütung und Rechnung
(1) [Variante A:] Pauschalpreis [Betrag] € netto. [Variante B; nicht gewählte Variante streichen:] Abrechnung nach den Einheitspreisen des Leistungsverzeichnisses und gemeinsamem Aufmaß, Auftragssumme [Betrag] € netto.
(2) [Variante A, wenn der Auftraggeber selbst nachhaltig Bauleistungen erbringt:] Der Subunternehmer stellt seine Rechnung ohne Umsatzsteuer mit dem Hinweis „Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers“. Der Auftraggeber legt die Bescheinigung seines Finanzamts nach § 13b Abs. 5 UStG vor. [Variante B; nicht gewählte Variante streichen:] Der Subunternehmer stellt seine Rechnung zuzüglich der gesetzlichen Umsatzsteuer.
(3) Abschlagszahlungen richten sich nach dem Wert der erbrachten Leistungen (§ 632a BGB). Rechnungen sind innerhalb von [Anzahl, höchstens 30] Tagen nach Zugang zu zahlen.
(4) Liegt bei der Zahlung keine gültige Freistellungsbescheinigung vor, behält der Auftraggeber den Steuerabzug ein, soweit § 48 EStG greift, und führt ihn an das Finanzamt ab.
§ 6 Ausführung und Termine
(1) Beginn: [Datum oder Kalenderwoche]. Fertigstellung: [Datum oder Kalenderwoche].
(2) Der Subunternehmer teilt Behinderungen und Bedenken gegen die Ausführung unverzüglich in Textform mit.
(3) Zusätzliche oder geänderte Leistungen vereinbaren die Parteien vor der Ausführung in Textform, mit Preis.
§ 7 Abnahme
(1) Der Subunternehmer zeigt die Fertigstellung in Textform an. Die Parteien nehmen die Leistung gemeinsam ab und halten das Ergebnis in einem Protokoll fest.
(2) § 640 Abs. 2 BGB gilt. [Falls § 10 gilt:] Eine Vertragsstrafe muss sich der Auftraggeber bei der Abnahme vorbehalten.
§ 8 Mängel
Die Rechte des Auftraggebers bei Mängeln richten sich nach §§ 634 ff. BGB. Die Verjährung beträgt bei einem Bauwerk fünf Jahre, bei Arbeiten an einer Sache zwei Jahre, jeweils ab Abnahme.
§ 9 Sicherheit
[Optional:] Der Auftraggeber kann von der Schlussrechnung 5 % der Abrechnungssumme als Sicherheit für Mängelansprüche einbehalten, längstens für [Anzahl] Jahre und nicht über das Ende der Verjährung hinaus. Der Subunternehmer kann den Einbehalt jederzeit durch die Bürgschaft eines Kreditinstituts ablösen.
§ 10 Vertragsstrafe
[Optional:] Überschreitet der Subunternehmer den Fertigstellungstermin schuldhaft, zahlt er je Werktag [Prozentsatz, zum Beispiel 0,2] % der Abrechnungssumme, höchstens 5 % der Abrechnungssumme.
§ 11 Haftung und Versicherung
Der Subunternehmer haftet nach dem Gesetz. Er unterhält eine Betriebshaftpflichtversicherung mit mindestens [Betrag] € je Schadensfall.
§ 12 Kündigung
(1) Der Auftraggeber kann nach § 648 BGB kündigen. Aus wichtigem Grund können beide Seiten nach § 648a BGB kündigen.
(2) Ein wichtiger Grund für den Auftraggeber ist insbesondere, dass ein Nachweis nach § 3 trotz Fristsetzung fehlt oder falsch war oder der Subunternehmer erheblich gegen § 4 Abs. 1 verstößt.
(3) Jede Kündigung bedarf der Schriftform.
§ 13 Vertraulichkeit
Der Subunternehmer behandelt Kundendaten und Unterlagen vertraulich, nutzt sie nur für diesen Auftrag und hält dabei die Vorgaben des Datenschutzes ein.
§ 14 Schlussbestimmungen
(1) Änderungen dieses Vertrags bedürfen der Textform.
(2) Sind beide Parteien Kaufleute, ist Gerichtsstand [Ort].
Anlagen: Leistungsverzeichnis, [Pläne, Bauzeitenplan], Nachweise nach § 3
[Ort], [Datum]
Auftraggeber: [Unterschrift]
Subunternehmer: [Unterschrift]
Scheinselbstständigkeit: Woran Prüfer sie erkennen
Ob ein Subunternehmer wirklich selbstständig ist, entscheidet das Gesamtbild der Tätigkeit, und der Vertrag ist dabei nur ein Teil. Anhaltspunkte für eine Beschäftigung sind eine Tätigkeit nach Weisungen und die Eingliederung in die Arbeitsorganisation (§ 7 Abs. 1 SGB IV). Der Wille der Parteien kommt erst zum Tragen, wenn sich die Indizien die Waage halten, und dann auch nur so, wie er gelebt wird (BSG, 22.07.2025, B 12 BA 7/23 R, Lohnbuchhalter).
| Merkmal | spricht für Selbstständigkeit | spricht für Beschäftigung |
|---|---|---|
| Weisungen | beziehen sich auf das Werk | beziehen sich auf Person, Ablauf und Arbeitszeit |
| Einbindung | eigener Betrieb, eigene Leute | läuft wie die eigene Kolonne mit |
| Allein arbeitender Subunternehmer | mehrere Kunden, eigener Auftritt | ein Auftraggeber, Tagessatz: besonders genau prüfen |
| Betriebsmittel | eigenes Werkzeug und Material | Sie stellen alles außer Kleinwerkzeug |
| Risiko | Festpreis, haftet für Mängel, kann verlieren | Stundenlohn ohne Risiko |
| Auftraggeber | mehrere | nur Sie |
Die Merkmale fassen wir zusammen aus Hinweisen der Deutschen Rentenversicherung (Stand 31.10.2026) und dem Grundsatz des Bundesarbeitsgerichts zu sachbezogenen Anweisungen (05.07.2022, 9 AZR 324/21, Arbeitnehmerüberlassung). Werkzeug, Material, Kolonne, Kleinwerkzeug, eigene Leute, mehrere Kunden, Tagessatz, Festpreis, Mängelhaftung und Stundenlohn sind unsere Beispiele. Für den Bau berichtet beck-aktuell über das LSG Hessen: Einfache Bauarbeiter mit Stundenlohn seien in der Regel abhängig beschäftigt (20.02.2025, L 8 BA 4/22, Volltext konnten wir nicht lesen).
Sieht der Zoll das so, wird Scheinselbstständigkeit teuer. Eine Unternehmerin aus Brandenburg setzte in Berlin zwölf Handwerker als angebliche Subunternehmer mit angemeldetem Gewerbe ein, tatsächlich eingegliedert und weisungsgebunden: 18 Monate auf Bewährung, über 300.000 Euro Einziehung (Zoll, 23.04.2024, § 266a StGB). Dazu kommen Nachzahlungen: Beiträge verjähren in vier Jahren, bei Vorsatz in 30 (§ 25 SGB IV), und den Arbeitnehmeranteil holen Sie sich kaum zurück (§ 28g SGB IV). Sind Sie unsicher, stellen Sie vor Beginn einen Antrag bei der Deutschen Rentenversicherung Bund (§ 7a SGB IV).
Kurzfazit: Der § 2 des Musters hilft nur, wenn es auf der Baustelle auch so läuft. Geben Sie Anweisungen nur zum Werk, seine Leute weist der Subunternehmer an.
Wofür haften Sie beim Subunternehmer?
Geben Sie eine eigene Vertragspflicht weiter, haften Sie für den Mindestlohn seiner Leute auch ohne Verschulden. Im Baugewerbe kommen ab 275.000 Euro Sozialbeiträge dazu (§ 28e SGB IV), dort können Nachweise entlasten. Der gesetzliche Mindestlohn liegt seit 01.01.2026 bei 13,90 Euro je Stunde, ab 01.01.2027 bei 14,60 Euro. Das ist nur die Untergrenze, Branchenmindestlöhne nach dem AEntG laufen mit. Beschäftigte des Subunternehmers können Sie auf das Nettoentgelt in Anspruch nehmen. Eine Ausnahme für bereits bezahlte Subunternehmer nennt § 14 AEntG nicht, und das wirkt ungerecht.
| Risiko | Was Ihnen droht | Absicherung | Grundlage |
|---|---|---|---|
| Mindestlohn | wie ein Bürge für das Nettoentgelt, ohne Verschulden, wenn Sie eine eigene Pflicht weitergeben | Zusage und Freistellung nach Muster-§ 4 | § 14 AEntG, § 13 MiLoG, BAG, 16.10.2019, 5 AZR 241/18, Rn. 21, 24 |
| Sozialbeiträge, nur Baugewerbe | wie ein selbstschuldnerischer Bürge ab 275.000 Euro geschätztem Gesamtwert aller Bauleistungen für das Bauwerk | Präqualifikation oder Unbedenklichkeitsbescheinigung | § 28e Abs. 3a, 3b, 3d, 3f SGB IV |
| Unfallversicherung, nur Baugewerbe | Beitragshaftung wie ein selbstschuldnerischer Bürge | qualifizierte Bescheinigung, lückenlos | § 150 Abs. 3 SGB VII, BSG, 24.09.2025, B 2 U 14/23 R |
| Bauabzug | Bleibt es je Subunternehmer voraussichtlich bei höchstens 5.000 Euro im Kalenderjahr, kein Abzug. Sonst 15 % vom vollen Betrag, bis zum 10. des Folgemonats anmelden und abführen, sonst Haftung | Freistellungsbescheinigung, online prüfbar beim Bundeszentralamt für Steuern | § 48, § 48a, § 48b EStG |
| Umsatzsteuer | Sie schulden sie selbst, wenn Sie nachhaltig Bauleistungen erbringen | Bescheinigung des Finanzamts, höchstens drei Jahre gültig, Rechnung ohne Steuer | § 13b Abs. 2 Nr. 4, Abs. 5 UStG, § 14a Abs. 5 UStG |
| Mängel gegenüber Ihrem Kunden | Sie haften wie für eigene Arbeit | Mängelrechte im Muster-§ 8 | § 278 BGB, BGH, 11.10.2007, VII ZR 99/06 (Erfüllungsgehilfe) |
Ein Urteil von 2025 zeigt, was die Bescheinigung bringt: Wer qualifizierte Bescheinigungen lückenlos vorlegen lässt, muss sie inhaltlich nicht prüfen, um entlastet zu sein (BSG, B 2 U 14/23 R). Offen ließ das Gericht, ob besondere Umstände das Berufen darauf rechtsmissbräuchlich machen. Entschieden ist das für die Unfallversicherung, ob es auf die Kranken- und Rentenversicherung passt, ist unsere Folgerung. Für den § 14 AEntG hilft die Bescheinigung nichts, deshalb steht im Muster die Freistellung. Geht der Subunternehmer insolvent, ist auch die nichts wert.
| Rechenbeispiel Bauabzug (Annahmen) | Betrag |
|---|---|
| Rechnung Ihres Subunternehmers, netto, ohne Umsatzsteuer nach § 13b | 20.000 € |
| Bemessung einschließlich 19 % Umsatzsteuer, gilt auch bei § 13b (§ 48 Abs. 3 EStG, BMF-Schreiben laut NWB) | 23.800 € |
| Keine Freistellungsbescheinigung, Abzug 15 % | 3.570 € |
| Sie zahlen an den Subunternehmer | 16.430 € |
| Zahlen Sie die vollen 20.000 €, haften Sie für | 3.570 € |
Kurzfazit: Lassen Sie niemanden ohne Freistellungs- und Unbedenklichkeitsbescheinigung anfangen. Im Beispiel geht es um 3.570 Euro.
Handwerksrolle: Warum das Risiko auch Sie trifft
Ein Subunternehmer im zulassungspflichtigen Handwerk muss in die Handwerksrolle eingetragen sein (§ 1 HwO), und fehlt die Eintragung, kann auch Sie ein Bußgeld treffen. Ihm selbst droht ein Bußgeld bis 10.000 Euro (§ 117 HwO), bei Leistungen in erheblichem Umfang nach § 8 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. e, Abs. 5 SchwarzArbG bis 50.000 Euro, und ohne Eintragung ist es Schwarzarbeit (§ 1 Abs. 2 Nr. 5 SchwarzArbG). Auftraggeber trifft bis zu 50.000 Euro, wenn sie in erheblichem Umfang Dienst- oder Werkleistungen ausführen lassen und wissen oder fahrlässig nicht wissen, dass der andere vorsätzlich verstößt (§ 8 Abs. 1 Nr. 2, Abs. 5 SchwarzArbG). Eine Pflicht, die Karte zu verlangen, nennt das Gesetz nicht. Sie kann aber helfen zu belegen, dass Sie nicht fahrlässig waren, und § 3 des Musters verlangt sie deshalb.
Betriebe aus der EU, dem EWR und der Schweiz fallen für grenzüberschreitende Dienstleistungen unter § 9 HwO. Welche Gewerbe zulassungspflichtig sind, erklärt der Beitrag Meisterpflicht, wie die Eintragung läuft, Handwerkskarte beantragen.
Fehlt die Eintragung, ist der Vertrag nicht automatisch unwirksam: Der BGH hat das 1983 für einen Bauvertrag verneint (22.09.1983, VII ZR 43/83). Das Urteil ist älter als das heutige Schwarzarbeitsgesetz, eine Bestätigung des BGH danach haben wir nicht gefunden, bei beiderseitiger Kenntnis kann es anders aussehen. Dass hier ein über 40 Jahre altes Urteil tragen muss, ist unbefriedigend. Ist ein Vertrag wegen Schwarzarbeit im Sinne von § 1 Abs. 2 Nr. 2 SchwarzArbG nichtig, etwa weil der Besteller die Absicht des Unternehmers, ohne Rechnung und Steuer zu arbeiten, erkannt und genutzt hat, gibt es für die Leistung kein Geld, auch keinen Wertersatz (BGH, 10.04.2014, VII ZR 241/13).
Kurzfazit: Lassen Sie sich die Handwerkskarte bei zulassungspflichtigem Gewerk vor Beginn zeigen.
Klauseln im Vertrag: Abnahme, Sicherheit, Strafe
Eine Vertragsstrafe über 5 % der Auftragssumme ist in vorformulierten Bedingungen unwirksam (BGH, 23.01.2003, VII ZR 210/01). Für mehrere Verträge vorformuliert und nicht im Einzelnen ausgehandelt (§ 305 Abs. 1 BGB), wird Ihr Muster nach § 307 BGB geprüft, auch gegenüber Unternehmern (§ 310 Abs. 1 BGB).
| Punkt | Regel | Grundlage |
|---|---|---|
| Fälligkeit | Der Werklohn des Subunternehmers wird spätestens fällig, soweit Ihr Kunde Sie dafür bezahlt oder das Werk abgenommen hat oder es als abgenommen gilt. Haben Sie dem Kunden für Mängel Sicherheit geleistet, nur gegen entsprechende Sicherheit | § 641 Abs. 2 BGB |
| Sicherheit für den Subunternehmer | Er kann für seine Vergütung Sicherheit verlangen | § 650f BGB |
| Vertragsstrafe | Höchstgrenze über 5 % der Auftragssumme unwirksam, beim Einheitspreisvertrag zählt die Abrechnungssumme. Bei der Abnahme vorbehalten | § 341 Abs. 3 BGB, VII ZR 210/01, BGH, 15.02.2024, VII ZR 42/22 |
| Einbehalt | Ablösung „frühestens … nach vollständiger Beseitigung der im Abnahmeprotokoll festgestellten Mängel“ unwirksam | BGH, 30.03.2017, VII ZR 170/16 |
Die fünfjährige Frist bei einem Bauwerk läuft für den Subunternehmer ab Ihrer Abnahme (§ 634a BGB), Ihre gegenüber dem Kunden ab dessen Abnahme. Nehmen Sie deshalb möglichst zeitgleich ab, sonst laufen die Fristen auseinander. Haben Sie mit dem Kunden die VOB/B vereinbart, brauchen Sie seine schriftliche Zustimmung zur Weitergabe, außer bei Leistungen, auf die Ihr Betrieb nicht eingerichtet ist (§ 4 Abs. 8 VOB/B, Ausgabe 2016). Dann verlangt die Regelung auch, VOB/B und VOB/C zur Grundlage des Subvertrags zu machen, unser Muster folgt dem BGB. Behinderungen melden Sie mit dem Muster aus dem Beitrag Behinderungsanzeige.
Kurzfazit: Lassen Sie die Leistung des Subunternehmers möglichst zeitgleich mit dem Kunden abnehmen und halten Sie Strafe und Einbehalt in den genannten Grenzen.
Passende Anfragen: zwei Fälle aus unserer Arbeit
Mehr von den Aufträgen, die sich lohnen, senken den Druck, Arbeit weiterzugeben. Bisher arbeiten wir vor allem in der Immobilienbranche, von dort stammen beide Fälle. Wer selbst Aufträge als Nachunternehmer sucht, findet die Wege im Beitrag Handwerker Aufträge finden.
Beim Sachverständigenbüro Beier & Partner kamen über einfache Kontaktformulare wenige qualifizierte Anfragen, die Erstberatung band Zeit. Der KI-Chatbot sollte zunächst nur entlasten und wurde zum Vertriebskanal, der rund um die Uhr arbeitet: Darüber entstehen 5 bis 10 neue qualifizierte Gutachten-Anfragen im Monat. Beim Maklerbüro Tandel Immobilien stiegen die Einblendungen bei Google von 2.606 im Mai auf 28.692 im September 2026, die Klicks lagen 121 % über September 2025 (Google Search Console). Für Handwerksbetriebe haben wir noch keine eigenen Zahlen.
Häufige Fragen
Was muss in einen Subunternehmervertrag?
Parteien, Leistung, Preis, Termine, Abnahme, Mängel und Kündigung wie bei jedem Werkvertrag. Dazu Nachweise (Freistellungsbescheinigung, Unbedenklichkeit, Handwerksrolle), die Pflicht zu Mindestlohn und Sozialabgaben mit Freistellung von Ansprüchen, die Regel zur Umsatzsteuer und ob er weitere Subunternehmer einsetzen darf. Ein Vertrag ist auch mündlich wirksam, schriftlich lässt er sich beweisen.
Welche Unterlagen muss ein Subunternehmer vorlegen?
Gewerbeanmeldung, Handwerkskarte bei zulassungspflichtigem Gewerk, Freistellungsbescheinigung nach § 48b EStG, Unbedenklichkeitsbescheinigungen von Krankenkassen und Berufsgenossenschaft oder Präqualifikation, Nachweis der Betriebshaftpflicht. Eine feste gesetzliche Liste gibt es nicht, diese Unterlagen schützen aber Sie. Die Freistellung prüfen Sie kostenlos beim Bundeszentralamt für Steuern.
Haftet der Auftraggeber für Löhne und Sozialbeiträge des Subunternehmers?
Für den Mindestlohn ja, wenn Sie eine eigene Pflicht weitergeben, ohne Verschulden und auf das Nettoentgelt (§ 14 AEntG, § 13 MiLoG). Ein privater Bauherr haftet in der Regel nicht. Für Sozialbeiträge haften Unternehmer des Baugewerbes ab 275.000 Euro geschätztem Gesamtwert aller Bauleistungen für das Bauwerk (§ 28e SGB IV). Bescheinigungen oder Präqualifikation können dort entlasten.
Wann ist ein Subunternehmer scheinselbstständig?
Wenn er nach dem Gesamtbild wie ein Beschäftigter arbeitet: nach Weisungen, eingegliedert, ohne eigenes Risiko, oft nur für Sie (§ 7 Abs. 1 SGB IV). Der Vertragstext und die Gewerbeanmeldung entscheiden das nicht. Vor Beginn können Sie den Status bei der Deutschen Rentenversicherung Bund feststellen lassen (§ 7a SGB IV).
Rechnet der Subunternehmer mit oder ohne Umsatzsteuer ab?
Ohne, wenn er eine Bauleistung an Sie erbringt und Sie selbst nachhaltig Bauleistungen erbringen. Davon ist auszugehen, wenn Sie eine gültige Bescheinigung des Finanzamts haben. Die Rechnung trägt den Hinweis „Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers“, die Steuer schulden Sie (§ 13b, § 14a UStG). Sonst stellt er sie mit Umsatzsteuer.
Muss ein Subunternehmer in die Handwerksrolle eingetragen sein?
Ja, wenn er ein zulassungspflichtiges Handwerk als stehendes Gewerbe betreibt (§ 1 HwO, Anlage A). Sonst drohen ihm Bußgelder. Ihnen drohen bis zu 50.000 Euro, wenn Sie ihn in erheblichem Umfang beauftragen und den vorsätzlichen Verstoß kennen oder fahrlässig nicht kennen (§ 8 SchwarzArbG). Lassen Sie sich die Karte zeigen.
Nächster Schritt
Laden Sie das Subunternehmervertrag Muster als Word, tragen Sie Ihre Daten ein und legen Sie Ihrem nächsten Subunternehmer die Nachweisliste aus § 3 vor Beginn vor.
Wenn Sie wissen wollen, wie Ihr Betrieb heute bei Google und in der KI-Suche dasteht und woher die Aufträge kommen könnten, die sich lohnen, schauen wir uns das gemeinsam an. Fordern Sie dafür die kostenlose und unverbindliche Potenzialanalyse auf unserer Seite für Handwerksbetriebe an.
Dieser Beitrag gibt einen allgemeinen Überblick, Stand Oktober 2026. Für Ihren Einzelfall sprechen Sie mit einer Anwältin oder einem Anwalt.
Bereit für Ihre eigene KI-Lösung?
Wir sorgen dafür, dass Kunden mit lohnenden Aufträgen Ihren Betrieb bei Google, in der Karte und in ChatGPT finden.










